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Unsere Steinzeitreporter

Geschichte erleben und dadurch verstehen – das ist der grundsätzliche pädagogische Ansatz im Steinzeitpark Dithmarschen (Kelm 2006). Die Zeitspanne der Neolithischen Revolution, der Zeit als aus Jägern und Sammlern Ackerbauern und Viehzüchter wurden, bis zur Bronzezeit, als sich klar erkennbare soziale Hierarchien herausbildeten, wirkt in vielen Bereichen noch bis in unsere Zeit nach. Viele ökologische und gesellschaftliche Probleme, die wir heute erleben, haben ihren Ursprung genau in dieser Zeit. Der Steinzeitpark will das Leben und die Veränderungen dieser Zeit in allen Facetten dem Besucher erlebbar machen.

Zur Zeit der Steinzeit war die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahre alt. Daher war die Idee, Kinder und Jugendliche für die praktische Mitarbeit in der Programm- und Öffentlichkeitsarbeit im Park zu begeistern schon seit längerem vorhanden.

Die Albersdorfer Gemeinschaftsschule und die IUVO gGmbH mit dem Albersdorfer Jugendzentrum und dem offenen Ganztag sind dabei die logischen Bündnispartner für dieses Projekt, das seit Anfang Mai 2015 unter dem offiziellen Titel „Steinzeitreporter – Zeig´s den anderen“ läuftDie zukünftigen „Albersdorfer Steinzeitreporter“ haben wir Anfang 2015 im Umfeld der Gemeinschaftsschule angeworben. Alle Interessierten mussten sich in einer kurzen Bewerbung vorstellen. Aus den über 20 Bewerbungen wurden 15 Teilnehmer herausgesucht, mit dem Ziel, eine möglichst homogene Mischung zu ereichen.

So sollten sich die männlichen und weiblichen Teilnehmer in etwa die Waage halten. Auch sollten sowohl bildungsstarke Kinder dabei sein, als auch Kinder, die sich schulisch eher schwer tun. Gymnasiasten waren nicht dabei.

Ab Anfang Mai 2015 konnte mit 15 Kindern und Jugendlichen mit dem Projekt begonnen werden.

Wir haben uns regelmäßig jeden Dienstagnachmittag getroffen. In den drei Stunden sollten die Teilnehmer wichtige Fähigkeiten für ein Steinzeitleben erlernen, aber es auch „leben“. Zeit für das eigene Erkunden des Parks und der Landschaft sollte ebenso vorhanden, sein wie für gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer. Auch sollte für die Zubereitung von Nahrungsmitteln mit steinzeitlichen Methoden breiter Raum bereitgestellt werden.

 

Die steinzeitlichen Fähigkeiten haben wir in unterschiedliche Workshops unterteilt:

– Feuer machen auf Steinzeitweise,

– Schnitzen mit Steinwerkzeugen,

– Traditionelles Bogenschießen,

– Textilien / Herstellung eigener „steinzeitlicher“ Kleidung aus Leder,

– Flint bearbeiten und Geräte herstellen und

– Töpfern auf urgeschichtliche Weise.

Auch dem gemeinsamen Kochen auf urgeschichtliche Weise (z. B. im Tontopf oder mit heißen Steinen in einer mit Rehhaut ausgelegten Kuhle) wurde viel Zeit gegeben.

Dazu kamen mediale Kompetenzen und Fertigkeiten bei der Vermittlung, z. B. im Rahmen von Führungen. So sollten die „Steinzeitreporter“ ihre Arbeit dokumentieren und weitergeben, selbst Fotos machen, Texte schreiben und Zeichnungen erstellen.

Zum Abschluss  wurden an zwei Terminen von den Steinzeitreporten auch Führungen für insgesamt über 50 Kinder angeboten.

 

Der Steinzeitpark ist sehr daran interessiert, Jugendliche dauerhaft zur Mitarbeit im Museumspark zu bewegen. Viele der „Steinzeitreporter“ werden ab der Saison 2016 regelmäßig Führungen durch den Park anbieten. Auch ist geplant, die „Alten Hasen“ in die zukünftigen Steinzeitreporter-Projekte, die bis Mitte 2017 vom DMB gefördert werden, mit einzubeziehen, sodass die neuen Reporter von den erfahrenen Reportern lernen können. Das Ziel ist es, eine eigenständige Jugendarbeit aufzubauen und dabei noch die Möglichkeiten der medialen Vermittlung und Dokumentation intensiver zu nutzen.

Wer in den nächsten Jahren bei einem Besuch im Steinzeitpark jungen Menschen begegnet, die erstaunlich viel über das Leben in der Steinzeit berichten und professionell verschiedene urgeschichtliche Handwerkstechniken vorführen können, wird dabei sicher auch selber die Faszination der Urgeschichte und der Bedeutung ihrer lange nicht überholten sozialen und praktischen Kompetenzen erleben.

 

Artikel ANSH 2016 – Reporter und Mesolithikum 

Artikel Steinzeitreporter 2016

2017-07-21T09:59:52+00:00 21. Juli 2017|