Linden-Pahlkrug 2017-04-07T11:17:57+00:00

AktivRegion Dithmarschen
„Touristische Kulturwege zur Megalithkultur“

Das besterhaltene Großsteingrab Westholsteins in Linden-Pahlkrug

Das gut erhaltene Großsteingrab von Linden (Ortsteil Pahlkrug) liegt in einem restaurierten Grabhügel; in dieser quasi authentischen Form handelt es sich hier um das am besten erhaltene Großsteingrab in Westholstein.

Heute existiert nur ein sehr kleiner Teil der ehemals vielleicht um die hundert Großsteingräber in Dithmarschen – entweder als mehr oder weniger erhaltene Ruinen oder restauriert wie das Ganggrab von Linden-Pahlkrug. Nimmt man die erhaltenen Erddämme, ausgepflügte Kammerbodenbeläge aus geglühtem Flint sowie die Nachrichten über inzwischen verschwundene Grabkammern hinzu, ergeben sich mehr als 50 Belege für die Dithmarscher Geest, wozu noch eine unbekannte Zahl von Kammern zu rechnen ist, von denen wir weder Nachricht noch Spuren haben. Dabei haben sich die Kammern in abgelegenen Gebieten besser erhalten, dort, wo sie weit von den größeren Orten und der Marsch mit ihrem hohen Bedarf an Steinen entfernt waren und so seltener ein Opfer professioneller Steinschläger wurden.

Sicher ist es, dass die Kammern eine Funktion beim Totenkult hatten und dass zumindest die in Dithmarschen vertretenen Kammertypen von vornherein für mehrfache Belegungen errichtet waren, aber die Einzelheiten sind in der Forschung durchaus umstritten. Möglicherweise hat es sich eher um Beinhäuser als um Gräber gehandelt; man muss damit rechnen, dass ein Teil des Totenkults, vielleicht mit einer Art vorläufiger Bestattung, woanders stattgefunden hat.

Man unterscheidet verschiedene Bauweisen der Großsteingräber, die sich zeitlich wahrscheinlich überschneiden. Durchschnittlich älter sind die Dolmen, die entweder wie die Vieleckdolmen (Albersdorf-Brutkamp) nur einen Deckstein haben oder mehrere Decksteine mit entweder einem Gang, der längs an die Kammer angesetzt ist (Albersdorf-Papenbusch) oder keinem Gang, aber einem halbhohen Eintrittsstein (Bargenstedt-Dellbrück). Etwas verwirrend mag es erscheinen, wenn man von Ganggräbern nur spricht, wenn der Gang quer (Bunsoh, Linden-Pahlkrug) oder schräg (Schalkholz-Vierth) an die Kammer angesetzt war; diese Gräber sind im Schnitt jünger. Unter den Ganggräbern unterscheidet man wiederum Holsteiner Kammern mit rechteckigem Grundriß (Bunsoh) von „nordischen“ Ganggräbern mit ovalem Grundriß (Linden-Pahlkrug, Schalkholz-Vierth). Während Dolmen entweder von langgestreckten („Langbetten“) oder runden Grabhügeln, jeweils mit großen Steinen eingefasst, umgeben waren, ist für die Dithmarscher Ganggräber nur die Einfassung in Rundhügel belegt. Gemeinsam ist allen Grabkammern die Ausrichtung der Steine in der Art, dass die glatten Seiten möglichst innen waren, die Ausmauerung der Zwischenräume mit mehr oder weniger plattigem Trockenmauerwerk sowie die Bodenschüttung aus weißgeglühtem scharfkantigem Feuersteinschotter, unter dem ein Bodenpflaster aus Steinplatten (Schalkholz-Vierth) oder Rollsteinen (Linden-Pahlkrug) liegen kann.

Manchmal scheint sich ein Bezug von Siedlungen und Gräbergruppen abzuzeichnen. Zur Siedlungsstelle Weddingstedt-Süderglin könnte die Grabkammer „Steenoben“ im Kreisforst nördlich von Ostrohe-Kringelkrug gehören, zur Siedlungsstelle Fedderingen-Lohbarg eine überpflügte ehemalige Gräbergruppe zwischen Hennstedt und Fedderingen, zu Hohenheide ein überpflügtes ehemaliges Langbett in der Nähe sowie zu Friedrichshof ein schon der Steine beraubtes Langbett, was anläßlich der Erweiterung des Hopener Flugplatzes ausgegraben wurde.

Bilder

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Steinzeit hautnah erleben im Steinzeitdorf

ZUM STEINZEITDORF

Spannende Geschichten für groß & klein: Besuchen Sie das Museum Albersdorf!

ZUM MUSEUM ALBERSDORF