Frestedt-Grab 2017-04-07T11:19:02+00:00

AktivRegion Dithmarschen
„Touristische Kulturwege zur Megalithkultur“

Das Großsteingrab von Frestedt im Albersdorfer Steinzeitpark

Zur denkmalpflegerischen Tätigkeit im weiteren Sinne gehört auch der Wiederaufbau bzw. die Wiederherstellung von archäologischen Anlagen. So ist das Großsteingrab von Frestedt im Südwesten des Steinzeitparks wieder neu erstanden.

Bei der Anlage aus Frestedt, das ca. 15 km südwestlich von Albersdorf ebenfalls auf der Dithmarscher Geest liegt, handelt es sich um die kleine Kammer eines erweiterten Dolmens, der in nordwest-südöstlicher Richtung ausgerichtet war. Bis 1964 befanden sich die sechs, stark nach innen geneigten Standsteine in situ. Das Grab wurde insgesamt zwei Mal untersucht, zuerst 1934 durch C. Rothmann und schließlich 1964 durch C. Ahrens. Die Maße der Grabkammer betrugen 2,3 x 1,25 Meter, die beiden ursprünglich vorhandenen Decksteine fehlten. Das Bodenpflaster der ca. 30 cm in den Boden eingetieften Grabkammer bestand aus kleinen Kopfsteinen, darüber lag eine dünne Schicht mit gebranntem Flint. Die Zwischenräume der Standsteine waren mit sauber geschichteten Quarzitplatten verfüllt. Nach außen schloss sich eine feste Packung aus fettem Ton an, die durch schuppenartig aufgelegte Steinplatten und Rollsteine stabilisiert wurde. Da die Oberkante des Standsteins an der südlichen Schmalseite ca. 30 cm tiefer lag als die anderen Standsteine, vermutet der Ausgräber hier den Einstieg in das Grab. Der Grabhügel, der ursprünglich wohl nur bis zu den Decksteinen aufgehöht war, wurde am Hügelfuß von außen mit Feldsteinen verkeilt. Um den gesamten Hügel herum befand sich möglicherweise ein „Kranz kleinerer Feuermulden“. Als Funde konnten ein geschliffenes dünnackiges Flintbeil in der Grabkammer und mehrere Kleinfunde wie eine Bernsteinperle, Klingen und Abschläge in der Hügelschüttung entdeckt werden. Nach Abschluß der Grabung von 1964 wurden die Steine vom Besitzer am Rand der landwirtschaftlich genutzten Parzelle zusammengeschoben, wo sie beinahe in Vergessenheit gerieten. Erst Mitte der 1970er Jahren wurden die Findlinge nach Heide zum Museum für Dithmarscher Vorgeschichte gebracht, wo sie aber aus statischen Gründen nicht in der Ausstellung gezeigt werden konnten. Seit dem Jahr 2000 steht das Grab wieder aufgebaut in Albersdorf, die Steine sind in ihrem ursprünglichen Zusammenhang errichtet, das Trockenmauerwerk und die Erdaufschüttung des Grabhügels wurden ergänzt. Abschließend wurde ein großer, flacher Findling als Deckstein, der die halbe Weite der Grabkammer bedeckt, neu aufgesetzt.

Der neue Standort des Grabes entspricht in topographischer Hinsicht dem Frestedter Gelände recht gut; an beiden Orten befand bzw. befindet sich das Grab auf einem leicht abfallenden Hang. Der neue Erdhügel mit einem Durchmesser von ca. 10 Metern und einem den Hügelfuß umgebenden „Kranz“ aus Feldsteinen ist von weitem gut zu sehen und lässt damit seine ursprüngliche Raumwirkung erahnen.

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